Schmerikon im Wandel der Zeit
Zeitreise im Seedorf: Grosse Resonanz beim Seniorennachmittag in Schmerikon
Das Seniorenteam Schmerikon lud kürzlich zu einem packenden Vortrag über die Geschichte des Seedorfs ein. Der Grossaufmarsch sprengte alle Erwartungen des Organisationsteams: Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt.
Der bekannte Historiker Hans-Peter Keller hatte im Vorfeld akribisch recherchiert, alte Pfarreichroniken durchforstet und diverse zeitgeschichtliche Bücher studiert. Das Ergebnis war eine faszinierende Reise durch die Epochen, die bei der letzten Eiszeit vor rund 10'000 Jahren ansetzte und bis in die Gegenwart führte. Die Teilnehmenden erfuhren unter anderem, dass erste Siedlungsspuren in Schmerikon bis ins Jahr 700 v. Chr. zurückreichen und das Dorf einst «Smarinchova» hiess. Eindrucksvoll war auch der Blick auf die Bevölkerungsentwicklung: Zählte der Ort im Jahr 1744 gerade einmal 388 Einwohnerinnen und Einwohner, so sind es heute 4'215.
Überraschungsgäste und musikalische Klänge
Ein besonderer Fokus des Vortrags lag auf den lokalen Sitten und Bräuchen. Passend dazu wurde das Publikum von zwei Vertretern der ortstypischen Rölli-Gruppe überrascht. Mit ihren traditionellen Tänzen sorgten sie für beste Stimmung im Saal und verteilten Orangen sowie Wienerli mit Brot an die Seniorinnen und Senioren. Den Abschluss des offiziellen Vortrags bildeten aktuelle Daten zur Gemeinde sowie das gemeinsame Singen des Schmerkner Liedes, stimmungsvoll begleitet von Max Rüegg an der Gitarre.

Spannendes Podium und gemütlicher Ausklang
Nach einem anschliessenden Apéro folgte ein kurzweiliges Podiumsgespräch, das von Claudia Munz moderiert wurde. Auf dem Podium nahmen Alt-Gemeindepräsident Hans Wüst, der langjährige Pöstler Heiri Kuster und Kaplan Sabu Purayidathil Platz. Für Schmunzeln im Publikum sorgte eine humorvolle Anekdote über den Postberuf: «Einem Pöstler muss man auch wirklich jeden Brief anschreiben, damit er überhaupt weiss, wo er hinmuss.» Auch ein augenzwinkernder Vergleich zu den heutigen Portokosten durfte nicht fehlen: Eine 10-Rappen-Briefmarke vor 50 Jahren kostete gleich viel wie Heute
Der gelungene Nachmittag klang bei einem gemeinsamen Nachtessen mit «Ghacktem mit Hörnli», Käse und Apfelmus aus. Nach vielen interessanten Gesprächen und Begegnungen machten sich die Seniorinnen und Senioren sichtlich gut gelaunt auf den Heimweg.
Von: Werner Frieden