Föhrenwäldli in Schmerikon für Waldpreis nominiert
Das Föhrenwäldli in Schmerikon war durch Trockenheit und intensive Nutzung stark unter Druck geraten. Mit einer umfassenden Neugestaltung wurden Naturraum, Spiel- und Erholungsbereiche neu geordnet. Das Projekt ist für den Waldpreis 2026 nominiert.
Am 6. November verleiht Wald St.Gallen und Liechtenstein zusammen mit der Hilti Foundation in Schänis den Waldpreis 2026. Fünf Projekte stehen im Final. Mit dabei ist die «Neugestaltung Föhrenwäldli» in Schmerikon. Die Jury würdigt insbesondere das Zusammenspiel von Gemeinde, Ortsgemeinde, Verkehrsverein und Forst. Hervorgehoben wird zudem die Bedeutung des kleinen Waldgebiets zwischen Siedlung und Industrie als Rückzugsraum für Menschen und Tiere.
Ein Wald unter Druck
Das Föhrenwäldli ist seit Jahrzehnten ein beliebtes Naherholungsgebiet. Doch Trockenperioden und die hohe Besucherfrequenz setzten dem Wald zunehmend zu. Der Boden war stark verdichtet, wilde Feuerstellen entstanden und junge Bäume wurden teilweise als Grillstecken verwendet. Auch Spielplatz und Grillstellen waren in die Jahre gekommen. «Für uns war deshalb klar: So konnte es nicht weitergehen», sagt Andreas Kuster, Präsident der Ortsgemeinde Schmerikon. Die Initiative zur Neugestaltung kam von Michael Kistler vom Verkehrsverein Schmerikon. Gemeinsam mit den beteiligten Partnern entstand ein Gesamtkonzept.
Raum für Natur und Erholung
Die rund anderthalb Fussballfelder grosse Waldfläche wurde gepflegt und durchforstet. Rund die Hälfte des Föhrenwäldlis wurde als Naturbereich abgetrennt und teilweise mit Sträuchern bepflanzt. Der andere Teil wurde mit einem neuen Spielplatz, festen Grillstellen und Aufenthaltsbereichen für die Erholung aufgewertet. Die Wirkung ist sichtbar. «Aus einer praktisch durchgehend braunen und stark begangenen Fläche ist wieder ein vitaler Jungwald entstanden», freut sich Andreas Kuster. Gleichzeitig respektiere die Bevölkerung den geschützten Bereich sehr gut.
Professor Dachs zeigt, wie es geht
Zur Neugestaltung gehört auch Umweltbildung. Die Figur «Professor Dachs» vermittelt anhand von acht einfachen Regeln, wie man sich im Wald verhält. Informationselemente erklären zudem Waldstruktur, natürliche Kreisläufe sowie die Bedeutung des Waldes für Tiere und Pflanzen. Auf elektronische Angebote wurde bewusst verzichtet. Kinder sollen sich bewegen, entdecken und den Wald mit allen Sinnen erleben. So gibt es beispielsweise aufklappbare Elemente und Anschauungsmaterialen, mit denen Kinder den Wald selbständig entdecken und lernen können.
Dass die Besucherlenkung funktioniert, zeigt sich auch beim Abfall. «Früher hatten wir insbesondere nach den Wochenenden immer wieder grosse Probleme mit überfüllten Abfalleimern. Entsprechend viel Abfall musste durch die Ortsgemeinde eingesammelt und entsorgt werden», erinnert sich Andreas Kuster. Seit der Neugestaltung gibt es beim Spielplatz und den Grillstellen bewusst keine Abfalleimer mehr. Heute nehmen die Besucherinnen und Besucher ihren Abfall wieder mit nach Hause.
Für ihn zeigt das Projekt, dass Erholung und Naturschutz langfristig miteinander verbunden werden können. «Ich wünsche mir, dass die Bevölkerung das Föhrenwäldli weiterhin so gut als Erholungsraum nutzt und gleichzeitig zur Natur Sorge trägt», sagt der Ortsgemeindepräsident abschliessend.
Die Preisverleihung findet am 6. November 2026 in Schänis statt. Die fünf nominierten Projekte werden auf www.waldsg.ch/waldpreis ausführlich vorgestellt.
Von: Ralph Dietsche, radikom GmbH für Wald SG&FL