Dorfplatz-Abstimmung: Drei Stimmen für ein Ja zur Initiative
Am 27. September stimmt Schmerikon über den Dorfplatz ab. Drei Leserbriefschreiber werben für ein Ja zur Zentrumsinitiative: Sie fordern eine bezahlbare Aufwertung ohne teure Tiefgarage, verteidigen das Recht auf ein neues Votum und kritisieren gebrochene Versprechen der Politik.
3 Leserbriefe zur Abstimmung vom 27. September 2026 in Schmerikon.
Es geht auch anders
Leserbrief von Gregory Wälti

Der heutige Dorfplatz darf schöner, übersichtlicher und einladender werden. Daran besteht für mich kein Zweifel. Gleichzeitig erfüllt dieser zentrale Ort wichtige Aufgaben: Er erschliesst Bahnhof und Geschäfte, bietet Parkmöglichkeiten und wird für Veranstaltungen genutzt. Dass eine andere Gestaltung möglich wäre, zeigt beispielhaft eine von uns erstellte Visualisierung (mittels KI-Unterstützung angefertigt). Sie ist kein fertiger Entwurf, sondern soll eine mögliche Richtung aufzeigen: mehr Begrünung, Aufenthaltsqualität und gut erreichbare oberirdische Kurzzeitparkplätze – ohne teure Tiefgarage.
Gerade weil wir mit der Seeanlage wenige Schritte entfernt bereits einen attraktiven Begegnungsort haben, sollte der Dorfplatz diese ergänzen und möglichst viele Bedürfnisse verbinden. Was wir heute bauen, wird Schmerikon über Jahrzehnte prägen. Umso wichtiger ist eine funktionale, bezahlbare und langfristig sinnvolle Lösung.
Ein Ja zur Initiative ist deshalb kein Nein zum Dorfplatz. Es ist ein Nein zum heutigen Millionenprojekt und schafft die Möglichkeit für einen neuen Weg. Dorfzentrum aufwerten – aber bezahlbar. Deshalb stimme ich Ja zur Initiative.
Meinungen können sich auch ändern
Leserbrief von Mihajlo Mrakic

«Wir haben doch schon einmal darüber abgestimmt.» Diesen Satz hört man in der Diskussion um den Dorfplatz immer wieder. Für mich ist das jedoch kein stichhaltiges Argument. Ein demokratischer Entscheid ist selbstverständlich zu respektieren – aber er muss deshalb nicht für alle Zeiten unveränderbar sein.
Gerade unsere Demokratie lebt davon, dass politische Entscheide nach einer gewissen Zeit neu beurteilt werden können. Sonst könnte man sich auch fragen, weshalb wir unsere politischen Vertreter alle vier Jahre neu wählen. Der Grund liegt auf der Hand: Rahmenbedingungen verändern sich, neue Erkenntnisse kommen hinzu, Prioritäten verschieben sich und auch die Meinung der Bevölkerung kann sich weiterentwickeln.
Dass in Schmerikon ein Bedürfnis nach einer erneuten Beurteilung besteht, zeigt auch die Initiative selbst. Für ihr Zustandekommen wären 240 gültige Unterschriften nötig gewesen. Tatsächlich kamen 646 gültige Unterschriften zusammen – deutlich mehr als erforderlich. Jeder Demokrat sollte das ernst nehmen.
Auch die Schweizer Geschichte zeigt, dass wichtige politische Fragen durchaus mehrmals vors Volk kommen können. Das Frauenstimmrecht wurde 1959 auf Bundesebene zunächst abgelehnt. 1971 stimmte die Bevölkerung erneut darüber ab und entschied anders. Ähnlich war es beim UNO-Beitritt: 1986 sagte die Schweiz Nein, 2002 fand die Vorlage eine Mehrheit. Niemand würde deshalb behaupten, dass die Demokratie durch die erneute Abstimmung geschwächt wurde.
Deshalb überzeugt mich der Einwand «Wir haben bereits darüber abgestimmt» nicht. Wer weiterhin hinter dem bisherigen Projekt steht, soll seine Argumente dafür vorbringen. Ebenso sollten aber auch jene Argumente ernst genommen werden, die heute zu einer anderen Beurteilung führen.
Am 27. September liegt der Entscheid nochmals bei der Bevölkerung von Schmerikon. Ich werde aus Überzeugung ein Ja zur Initiative Zentrumsgestaltung einlegen.
Ein Versprechen gehört eingehalten
Leserbrief von Monika und Hans-Ueli Beer
Als der Projektierungskredit beschlossen wurde, wurde der Bevölkerung in Aussicht gestellt, dass sie später über Dorfplatz und Tiefgarage unabhängig voneinander abstimmen könne. Genau das geschah 2021 nicht. Stattdessen gab es nur das Gesamtpaket: Dorfplatz und Tiefgarage zusammen. Wer einen schönen Dorfplatz wollte, musste damit automatisch auch die Tiefgarage akzeptieren. Wir können den Dorfplatz aufwerten, ohne unsere Gemeinde und Mitbürger finanziell übermässig zu belasten. Alles, auch die Baukosten, wird ständig teurer. Darum stimmen wir Ja zur Initiative: Ja zu einem schönen Dorfplatz. Nein zum Millionen-Loch.
Alle Beiträge zum Thema (bis zurück zur Abstimmung im 2021):

