Aabach Unterlauf: Hochwasserschutz unter Berücksichtigung der Fischbedürfnisse

Aabach Unterlauf: Hochwasserschutz unter Berücksichtigung der Fischbedürfnisse
Foto: z.V.g.

Der Wasserabfluss bei Unwetter wird im Aabach Unterlauf durch Sandablagerungen und der üppigen Vegetation behindert. Zur Sicherstellung des Hochwasserschutzes sollen im Winter 2022/23 auch die nördlichen Vorländer abgetragen werden. Den berechtigten Anliegen aus Fischereikreisen zur Verbesserung des Fischaufstieges im Gewässer wird durch Struktureinbauten Rechnung getragen. Durch Abfischen am 21. Oktober 2022 soll die Fischpopulation ermittelt werden, um nach Umsetzung eine Erfolgskontrolle durchführen zu können.

Verringerter Abflussquerschnitt

Auf den Vorländern des Aabachs im Abschnitt von der Holzbrücke bis zur Mündung kam es seit der letzten Reprofilierung 2007 zu deutlich sichtbaren Feinmaterialablagerungen. Eine Querprofilvermessung 2014 hat ergeben, dass der verfügbare Abflussquerschnitt alleine durch die Auflandung um rund 10 % reduziert wurde. Hinzu kommt die Querschnittsreduktion durch die Verbuschung. In einer hydraulischen Modellierung wurde dadurch eine mittlere Erhöhung des Wasserspiegels von rund 16 cm berechnet, was im Hochwasser April 2014 unterhalb des Seebads zu Austritten nach rechts geführt hat. Ebenfalls betroffen ist das Naturschutzgebiet linksseitig, in welches bei Austritten in der Sollentlastungsstelle unerwünschte Nährstoffe zugeführt werden. Die Verklausungsgefahr bei der Holzbrücke wird erhöht. Im Falle einer Verklausung drohen Austritte nach rechts ins Industriegebiet Härti. Zur Wiederherstellung der projektierten Abflusskapazität sind die Profile der Vorländer gemäss dem ursprünglichen Ausbauprojekt von 1997 wiederherzustellen.

Umstrittene Reprofilierung der südlichen Vorländer im Winter 2019/20

In Abstimmung mit dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF) erfolgte die Reprofilierung der südlichen Vorländer als erste Etappe. Die Massnahme stiess in der Öffentlichkeit und insbesondere in Fischereikreisen auf Unverständnis. Allem voran wurden der fehlende Schatten und der Sichtschutz für aufsteigende Fische infolge der Entfernung der Ufervegetation in diesem monotonen Bachabschnitt kritisiert.

Der Amtsleiter des ANJF war sehr um eine einvernehmliche Lösung für die ausstehende Sanierung der Nordseite bemüht. Bei genauer Betrachtung ist festzustellen, dass die aktuellen Unterhaltsmassahmen in Bezug auf das Erscheinungsbild nicht von der Reprofilierungen von 1997 und 2007 abweichen. Für eine Wiederherstellung des Profils ist die Entfernung der Vegetation unvermeidlich.

Monotoner Bachlauf mit geringem ökologischen Wert

Indes ist unbestritten, dass der Bachunterlauf erhebliche ökologische Defizite aufweist. Im Unterlauf, auf dem letzten Kilometer zwischen der gedeckten Aabachbrücke und der Mündung, ist der Bach eingebettet in ein Bauwerk bestehend aus beidseitigen Dämmen mit «Vorländern» in Trapezform. Es handelt sich vorliegend um einen Gewässerabschnitt, der in dieser Monotonie von Menschenhand Ende des 19. Jahrhunderts so angelegt wurde und ein erhebliches Aufwertungspotential aufweist. Nur sind Verbesserung nicht ohne ganz substanzielle bauliche Massnahmen möglich. Welche personellen und finanziellen Aufwendungen hierfür erforderlich sind, zeigt das kurz vor der Realisierung stehende Sanierungsprojekt am Aabach zwischen dem Tobel-Austritt und der SBB-Brücke. Hier sollen gemäss einer seit 2008 stattfindenden Planung ein Hochwasser- und Renaturierungsprojekt für rund 12 Mio. Franken umgesetzt werden. Die Gemeinde sieht sich ausserstande, gleichzeitig ein vergleichbares Projekt im Unterlauf zu stemmen.

Struktureinbauten sollen Abhilfe schaffen

Auf Anregung von Fischereiverbänden wurde ein Konzept geprüft, wie aus fischökologischer Sicht im Rahmen von ergänzenden Unterhaltsarbeiten der Bachabschnitt aufgewertet werden kann. Hierzu sollen verschiedene Struktureinbauten aus Steinen und Holz wechselseitig im Uferbereich eingebaut werden. Diese zwingen dem Bachlauf eine erhöhte Strömungsvariabilität und tiefer ausgeprägte Wasserrinnen auf und gewähren den Fischen Unterschlupf und Sichtschutz. Die Gemeinde erklärte sich bereit zur Umsetzung dieser Aufwertungsmassnahmen.

Die Fischereiverbände unterstützen das Monitoring

Bevor diese Massnahmen im Rahmen der Reprofilierung im Winter 2022/23 ergriffen werden, ist im Hinblick auf eine Erfolgskontrolle der aktuelle Zustand betreff Fischpopulation zur ermitteln. Am 21. Oktober 2022 erfolgt eine «Abfischung» unter Federführung der kantonalen Fischereiaufsicht.

Foto: z.V.g.

Dies ist eine Mitteilung der Gemeinde Schmerikon