Titelbild: Sturzkante oberhalb SBB-Brücke. Sie soll durch eine fischgängige Rampe ersetzt werden.

Das Perimeter Unternehmen Aabach Talstrecke ist für den Unterhalt des Aabachs zuständig. Die Holz- und Erdbauarbeiten auf die HJ. Dietiker Bezug nimmt wurden öffentlich angekündigt. Siehe Medienmitteilung vom 12. 11.2019 und im Gemeindeblatt 6/2019 Seite 9.

1997 wurde der Aabach Unterlauf talseitig der SBB Brücke saniert. Es wurde hierbei darauf verzichtet den Wasserlauf zu renaturieren, sondern man beliess es bei der monotonen Kanalisierung verbunden mit einem Trapezufer mit Vorländern im Abschnitt zwischen der gedeckten Holzbrücke bis zur Mündung. Dem Naturschutz wurde Rechnung getragen, indem im Mündungsbereich Kiesinseln geschüttet wurden, das Kies im Mündungsbereich nicht mehr jährlich, sondern nur noch ca. alle sieben Jahren entfernt wird und entlang des Bachlaufs ein mit den Naturschutzbehörden abgestimmter Unterhalt stattfindet. Dazu gehört, dass jährlich ein Drittel der Stauden entlang des Baches entfernt werden und periodisch auf den Vorländern das ursprüngliche Profil wiederhergestellt wird . Es dürfte nachvollziehbar sein, dass ein hoher Bewuchs und grosse Sandablagerungen auf den Vorländern das Abflussprofil erheblich reduzieren und dadurch bei Hochwasser zu einem Wasser-Übertritt der Dämme führen. Schutzziele von Wasserbaumassnahmen sind sowohl Siedlungsgebiet, wie auch die Landwirtschaft und der Naturschutz. Die erste Sollentlastungsstelle die bei Hochwasser anspricht, ist diejenige zwischen der Betonbrücke und den Sportschützen und führt zu einer Entlastung ins Naturschutzgebiet. Eine solche Entlastung fand in den vergangenen zehn Jahre mindestens drei Mal statt, obwohl auf ein hundertjähriges Ereignis dimensioniert wurde. Der Nährstoffeintrag durch den Aabach in das national geschützte Flachmoor wird von Fachleuten als äusserst schädlich und kontraproduktiv erachtet.

Kanalisierung im Unterlauf aus dem 19. Jahrhundert

Ich gehe mit Hj. Dietiker einig, dass der untere Flusslauf für den Fischaufstieg wenig förderlich ist. Dieser Abschnitt wurde von unseren Vorfahren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erstellt, um wohl insbesondere den weiteren Materialeintrag in die Schmerkner Bucht, und damit dessen Verlandung zu verhindern. Die Aufhebung dieser monotonen Wasserführung und die Renaturierung mittels einer meandrierenden Tiefwasserrine würde ein ganz erheblicher und kostspieliger Eingriff bedeuten, denn er verlangt nach einer Aufweitung der beidseitigen Dämme, um den Hochwasserabfluss sicher zu stellen.

Bevorstehend Sanierung oberhalb der SBB-Brücke

Derzeit bereitet das Perimeter-Unternehmen ein Sanierungsprojekt zwischen dem Tobelaustritt im Uznaberg und der SBB Brücke vor. Die Realisierung soll bis ca. 2025 erfolgen. Die Baukosten belaufen sich auf rund 5.5 Mio. Franken. In diesem Zusammenhang wird dem Natur- und Fischschutz hohe Priorität eingeräumt So ist vorgesehen die Sturzkante oberhalb der SBB-Brücke durch eine Rampe zu ersetzen, um den Fischaufstieg zu erleichtern. Es ist schlicht nicht zumutbar, in kurzer Zeit im gleichen Bach zwei kostspielige Wasserbauprojekte zu stemmen. Daher wurde im Unterlauf auf eine Reprofiliierung der Vorländer gesetzt und auf die gewünschte Renaturierung verzichtet. Und dies keineswegs gegen den Willen der Fischereiaufsicht. Sie konnte erfolgreich durchsetzen, dass beide Ufer nicht gleichzeitig, sondern im Abstand von zwei Jahren erfolgt, um den Nachwuchs der schattenspendenden Uferpflanzen zu ermöglichen.

Herausfordernde Interessenabwägung

Es ist der politischen Auftrag an uns Behörden, das Machbare unter sorgfältiger Interessenabwägung zu identifizieren und umzusetzen. Hier stehen sich Hochwasserschutz, der Naturschutz, das gesellschaftliche Freizeitverhalten und die finanziellen Ressourcen entgegen. Leichter wird die Abwägung der öffentlichen Interessen dadurch nicht, dass sich die Naturschutz noch segmentiert; u.a. in Pflanzenschutz, Vogelschutz, Amphibienschutz und Fischschutz, die sich teilweise ganz erheblich  konkurrenzieren.


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Unter dem Deckmantel des Hochwasserschutzes wird der Zufluss des Obersees seiner Uferbepflanzung beraubt und aufgeweitet. Mit erheblichen Negativ-Folgen.