Zentrumsgestaltung ohne Tiefgarage: Keine Parkplatznot im Seedorf

Keine Parkplatznot in Schmerikon: Belinda Büchi wirbt für ein Ja zur Initiative ohne millionenteure Tiefgarage. Ihr Plädoyer: Die bestehenden Plätze klug für Kurzzeitparkierende nutzen, statt Steuergelder für private Dauerparker zu verschleudern.

Zentrumsgestaltung ohne Tiefgarage: Keine Parkplatznot im Seedorf
Bild: z.V.g.

Viele fragen sich: Was passiert, wenn die Initiative angenommen wird? Das Dorfzentrum soll ohne Tiefgarage aufgewertet werden, es entsteht mehr Raum für Begegnungen, dafür fallen im Westen einige Parkplätze weg. Leiden dann unsere Geschäfte darunter? Finden Kundinnen und Kunden noch einen Parkplatz?

Auch ich habe mir diese Fragen gestellt und in den vergangenen Wochen bewusst darauf geachtet, wie stark die bestehenden Parkplätze in Schmerikon ausgelastet sind.

Von Parkplatznot keine Spur

Meine Beobachtung ist eindeutig: Von Parkplatznot kann keine Rede sein. Am vergangenen Sonntagabend waren vom Denner bis weit hinten ins Seefeld fast alle Parkplätze frei–und das war keineswegs eine Ausnahme.

Im westlichen Bereich hingegen waren die Plätze deutlich besser belegt. Vermutlich stehen dort viele Autos von Anwohnern oder anderen Dauerparkierenden.

Die richtigen Parkplätze am richtigen Ort

Für unser Gewerbe sind Parkplätze wichtig. Entscheidend ist aber, dass die Kundschaft beim Bäcker, Metzger oder in anderen Läden im Dorfzentrum gut erreichbare Kurzzeitparkplätze findet.

Wer sein Auto hingegen den ganzen Tag abstellt oder einen Dauerparkplatz benötigt, muss nicht zwingend mitten im Dorfzentrum parkieren.

Muss dafür wirklich die Allgemeinheit bezahlen?

Es kann kaum Aufgabe der Steuerzahler sein, eine millionenteure Tiefgarage zu finanzieren, um private Parkbedürfnisse zu decken. Wir Schmerkner müssen unseren Parkplatz schliesslich ebenfalls selbst organisieren und bezahlen.

Ehrlich gesagt: Bei den hohen Baukosten müsste ein Dauerparkplatz vermutlich für rund 350 Franken pro Monat vermietet werden, damit die Rechnungüberhaupt einigermassen aufgeht. Wer bezahlt das in Schmerikon?

Da stellt sich auch die Frage, wer von der Tiefgarage am Ende wirklich profitiert: die Allgemeinheit und das Gewerbe oder eher Besitzer von Liegenschaften, deren Immobilien durch zusätzliche Parkplätze an Wert gewinnen?

Und dann kommt noch die Baustelle

Nicht zu unterschätzen ist die Bauzeit. Die Geschäfte müssten während Jahren mit Lärm, Einschränkungen und einer erschwerten Erreichbarkeit leben. Lange Baustellen können gerade für kleinere Geschäfte zum Problem werden.

Ein paar Parkplätze weniger sind verkraftbar–ein Schuldenberg nicht

Schmerikon kann sich einige Parkplätze weniger im Dorfzentrum leisten, wenn die verbleibenden Plätze konsequent für Kurzzeitparkierende reserviert und die Parkplätze im Osten besser genutzt werden.

So können wir uns eine millionenteure Tiefgarage, das Risiko steigender Kosten und ein jahrelanges Baustellenloch mitten im Dorf sparen. Bei einer Tiefgarage im Seegrund ist das Risiko von Kostenüberschreitungen kaum von der Hand zu weisen.

Wir brauchen keine Luxus-Tiefgarage. Wir brauchen die richtigen Parkplätze am richtigen Ort.

Deshalb stimme ich mit vollerÜberzeugung Ja zur Initiative und zu einer bezahlbaren Aufwertung unseres Dorfzentrums.

Bild: z.V.g.

Von: Belinda Büchi