Hiermit zeige ich an, dass ich mich zur Wiederwahl als Gemeindepräsident für die Amtsdauer 2021 bis 2024 bewerbe. Ich habe bei der Kanzlei den Wahlvorschlag mit den erforderlichen Unterschriften deponiert.

Seit zwölf Jahren darf ich das Amt des Gemeindepräsidenten der politischen Gemeinde Schmerikon ausüben. Ich sage bewusst "dürfen", weil ich mich nach wie vor sehr glücklich schätze, diese äusserst vielseitige und anspruchsvolle, gleichsam sehr befriedigende Aufgabe auszuüben. Mit knapp sechzig fühle ich mich körperlich und geistig unverändet den Herausforderungen des Amts gewachsen; mehr noch, das Vertrauen der Bürgerschaft vorausgesetzt, bezwecke ich noch einiges für diese schöne Seegemeinde und ihre Bewohnerinnen und Bewohner zu bewegen.

Dafür stehe ich

Wie bekannt, wurde ich 2008 als Parteiloser durch eine Findungskommission unter Beteiligung aller Parteien zur Wahl vorgeschlagen und am 28. September 2008 durch die Bürgerschaft gewählt. Zweimal wurde ich mit wechselnder Zustimmung an der Urne bestätigt. Die Ortsparteien haben mich hierbei direkt oder, durch Verzicht auf eine eigene Kandidatur, indirekt unterstützt.

Ich bin mir bewusst, dass aus verständlichen Gründen bei den politischen Parteien dieser Parteilosen-Status nicht auf grosse Freude stösst. Aus drei wesentlichen Gründen bleibe ich diesem gleichwohl treu. Einerseits hat mich die Bürgerschaft in dieser Eigenschaft gewählt. Zweitens ist Kommunalpolitik im Wesentlichen sach- und nicht wertbezogen. Und im Weiteren strebe ich nach wie vor keine Funktion in den übergeordneten Staatsebenen an; hier erachte ich eine Parteizugehörigkeit doch als wesentliche Voraussetzung.

Meine Parteilosigkeit ist nicht gleichzusetzen mit Werthaltungslosigkeit. Ich stehe für eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft ein, mit liberaler Grundhaltung und ausgeprägtem sozialen und ökologischen Bewusstsein.

Dies will ich bewegen

Ich will in auch in den nächsten vier Jahren dazu beitragen, dass sich Schmerikon weiterhin positiv entwickelt. Ich bin überzeugt, dass es hierzu ein moderates Bevölkerungswachstum braucht. Ich will ein lebendiges Dorf. Dazu braucht es eine gute soziodemographischen Durchmischung. Wesentliche Instrumente dies anzuschieben ist die anstehenden Ortsplanungsrevision. Schmerikon darf und kann nicht mehr in der Fläche wachsen; es ist an geeignetem Ort innenzuverdichten.

Ich will auch in den nächsten vier Jahren dazu beitragen, dass sich alle Generationen und alle Gesellschaftsgruppen weiterhin wohl und aufgehoben fühlen in unserer Gemeinde. Die Familien sollen mehr entlastet werden. Frauen sollen motiviert und nicht behindert werden, sich in Wirtschaft und Politik einzubringen. Umsetzen kann dies Schmerikon durch eine Stärkung des Angebots an Kinderbetreungsplätzen in KiTas oder mit schulischen Betreuungsangeboten. Die alternden und pflegebedürftigen Menschen sollen über zeitgemässe Angebote und weitestgehend über Wahlfreiheit verfügen. Eine gute Betreuung zu Hause und ambulante Pflege sind Voraussetzung hierfür. Dies Angebote sind laufend zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. Bei der stationären Pflege hat Schmerikon in Ergänzung zum privaten Angebot der Stiftung St. Joseph sein Engangement im Pflegezentrum Linthgebiet in Uznach neu zu definieren.

Ich will in den nächsten vier Jahren Generationenprojekte zur Durchsetzung verhelfen. Die Erschliessung des Industrie- und Wohngebiets südlich der Bahnlinie wird seit Jahrzehnten diskutiert. In der nächsten Legislaturperiode entscheidet sich, ob der Kanton die regionale Verbindungsstrasse A53 – Gaster baut. Wenn nicht, setze ich mich dafür ein, dass das kommunale Erschliessungprojekt von 2012 zur Baureife gebracht wird. Der Dorfplatz und die Hauptsstrasse unmittelbar vor dem geschützten Ortsbild verdienen eine zeitgemässe und langanhaltende Aufwertung. Seit Jahrzehnten werden Konzepte und Projekte entworfen und verworfen. Dies soll mit dem vorliegenden Projekt einer Lösung zugeführt werden. Zwei Wasserbauprojekt an Aabach und Goldbergbach sollen den Hochwasserschutz für weite Teile des Siedlungsgebiets gewährleisten. Ich möchte diese komplexen Projekte zur Umsetzung und zum Abschluss bringen und die Gefahr von Überschwemmungen für die nächsten Jahrzehnte bannen.

Interessenwahrung mit Kopf und Herz

Die Wahrung der Interessen einer „überschaubaren“ Gemeinde und seiner Bewohnerinnen und Bewohner bedürfen grosser Aufmerksamkeit und stetiger Präsenz. Ich möchte weiterhin eine konstruktiv, kritische Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden pflegen, mich in den regionalen Koordinations- und Planungsgremien, wie die Region ZürichseeLinth, die ich präsidiere, aktiv einbringen. Ich möchte mich auch weiterhin, so wie beim Gang vor Bundesgericht wegen des Doppelspurausbaus, auch öffentlich wahrnehmbar für unser Seedorf einsetzen.

Ich danke den Schmerknerinnen und Schmerknern für das bisherige Vertrauen und freue mich darüber, erneut auf ihre Unterstützung zählen zu dürfen. Ich nehme auch gerne gegenteilige Haltungen entgegen, denn nur aus dem konstruktiven Dialog entstehen nachhaltige Lösungen.

Félix Brunschwiler


Titelbild: "Der Zahn der Zeit". Aus dem Flyer der ersten Wahl September 2008