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Mäharbeiten während der Sperrzeit

Zwischen Linth- und Aabachmündung besteht ein Biodiversitäts-Hotspot. Der Artenschutz erfordert differenzierte Pflegemassnahmen, wie an den aktuell stattfindenden landwirtschaftlichen Arbeiten sichtbar wird.

Von: Félix Brunschwiler, Gemeinde Schmerikon

Es mag paradox erscheinen: das grosse Naturschutzgebiet in der Schmerkner Allmeind ist für Fussgänger gesperrt, wird aber derzeit auf Teilflächen landwirtschaftlich bewirtschaftet. Die frü- hen Schnitte von ausgewählten Flächen werden gezielt und bewusst ausgeführt. Man hat festgestellt, dass vor allem die Ausbreitung von Landschilf die grosse Artenvielfalt im Flachmoor nationaler Bedeutung bedroht. Breitet sich das Schilf zu stark aus, beeinträchtigt es lichtempfindliche Arten. Mit einem frühen Schnitt wird die Schilfpflanze geschwächt und es werden dem Boden Nährstoffe entzogen, welche vermehrt auch über die Luft in die Böden eingetragen werden.

Das Schutzgebiet in Schmerikon beheimatet viele mittlerweile sehr selten gewordene Arten. Das Pflegekonzept fördert deren Erhalt langfristig und zielt darauf, prioritäre Arten und charakteristische Lebensräume zu stärken. Hierbei ist ein sorgfältiges Abwägen verschiedener Aspekte nötig, um mit den frühen Eingriffen insgesamt möglichst positive Resultate zu erreichen, denn die Abhängigkeiten sind komplex. Die Störungen sollen die balzenden Braunkehlchen und auch seltene Orchideen nicht beeinträchtigen. Zeitliche und räumliche Abstimmung sowie differenzierte Schnitthöhen sind zwingend für die erfolgreiche Umsetzung.

Ein langfristiges Monitoring ist wichtig, um die Auswirkungen zu beobachten, allfällige Anpassungen in der Pflege vorzunehmen und die gewünschte Verbesserung zu dokumentieren.

Für zusätzliche Auskünfte steht die Naturschutzbeauftragte der Gemeinde, Ruth Wespe unter Tel. 078 611 65 37 zur Verfügung.