Die Debatte geht weiter

Eine Einordnung der Ortsparteien zur Budgetdebatte 2026 in Schmerikon.

Die Debatte geht weiter
Foto (Symbolbild): makabera

Der Kommentar von Thomas Müller zeigt, dass die Budgetdebatte 2026 viele Bürgerinnen und Bürger beschäftigt. Das ist richtig und wichtig. Es geht um die Finanzen unserer Gemeinde und um die Frage, wie Schmerikon in den kommenden Jahren verantwortungsvoll mit seinen Mitteln umgeht.

Für die Ortsparteien ist klar: Mit der Bürgerversammlung ist das Thema nicht erledigt. Unser Rückweisungsantrag wurde abgelehnt. Das akzeptieren wir. Die offenen Fragen bleiben jedoch bestehen. Wie sollen Ausgaben priorisiert werden? Wo gibt es Sparpotenzial? Und wie kann die finanzielle Entwicklung der Gemeinde langfristig stabilisiert werden?

Kritik ernst nehmen

Wir nehmen den Hinweis ernst, dass die Kommunikation im Vorfeld breiter und früher hätte stattfinden können. Diese Rückmeldung ist berechtigt. Wer an einer Bürgerversammlung überzeugen will, muss seine Argumente rechtzeitig in die öffentliche Diskussion einbringen.

Ebenso ist festzuhalten, dass sich die Ortsparteien bereits seit Ende 2025 intensiv mit dem Budget 2026 befasst haben und den Austausch mit dem Gemeinderat gesucht haben. Dabei ging es darum, konkrete und umsetzbare Sparvorschläge zu erarbeiten, ohne dabei zentrale Leistungen – insbesondere im Schulbereich – einzuschränken, und dennoch substanzielle Verbesserungen zu ermöglichen. Die Parteien brachten dazu ein mehrseitiges Papier ein, das von kleineren Anpassungen bis zu weitergehenden Einschnitten reichte.

Im Schreiben vom 22. Dezember 2025 wurde zudem eine klare Aufgabenverteilung mit dem Ziel festgehalten, Einsparungen von mindestens 10 Prozent zu identifizieren. Dabei sollten sämtliche Bereiche einbezogen werden.

Konkrete Punkte lagen vor

Nach Eingang dieser Vorschläge lud der Gemeinderat interessierte Kreise ein, um eigene Sparbemühungen vorzustellen. Dabei wurden verschiedene Möglichkeiten genannt. Dazu gehörte die Erhebung von Gebühren für öffentliche Parkplätze, die von Mitarbeitenden der Gemeinde kostenlos benützt werden, in der Höhe von 29'000.- Franken, die Senkung allgemeiner Spesen, eine Reduktion der Sitzungsgelder sowie das Streichen eines Umbaus im Lehrerzimmer für 70’000 Franken. Diese Ansätze wurden an der Veranstaltung von den Anwesenden ausdrücklich gewürdigt.

Gerade deshalb bleibt für uns die Frage berechtigt, warum viele dieser diskutierten Massnahmen im Budget 2026 keinen sichtbaren Niederschlag fanden oder nicht klar ausgewiesen wurden, während gleichzeitig eine Steuererhöhung von drei Prozent beantragt wurde.

Auch die wiederholte Darstellung des Gemeindepräsidenten, wonach gerade im Bildungsbereich Kürzungen drohen würden, hat die Diskussion aus unserer Sicht eher erschwert als geklärt. Sie hat Teile der Bevölkerung verunsichert und von der eigentlichen Frage abgelenkt, wie Sparpotenziale insgesamt geprüft und priorisiert werden sollen.

Verantwortung und Ausblick

Schmerikon weist in der Region die höchste Pro-Kopf-Verschuldung auf. Gerade deshalb ist es entscheidend, haushälterischer mit den Gemeindefinanzen umzugehen und klare Prioritäten zu setzen.

Dabei ist die Verantwortung klar zuzuordnen. Die Ortsparteien leisten ihren Beitrag, indem sie Fragen stellen, Vorschläge einbringen und die Entwicklung der Gemeindefinanzen kritisch begleiten. Die Ausarbeitung des Budgets und die Gewichtung der einzelnen Massnahmen liegen beim Gemeinderat.

Für den weiteren Prozess braucht es mehr Offenheit und einen nachvollziehbaren Austausch über die Gemeindefinanzen. Die Diskussion über Sparmöglichkeiten und Prioritäten muss früher stattfinden. So können sich Bevölkerung, Parteien und Gemeinderat rechtzeitig einbringen.

Die Ortsparteien werden diesen Prozess weiter aufmerksam begleiten und sich auch künftig für eine sachliche und verantwortungsvolle Finanzpolitik in Schmerikon einsetzen. Diese Verantwortung betrifft uns alle. Deshalb rufen die Ortsparteien die Bevölkerung dazu auf, sich einzubringen und an guten Lösungen für Schmerikon mitzuwirken.


Von: Jost Wenk, Schmerikon - im Namen der Ortsparteien (Die Mitte, FDP, SP und SVP) von Schmerikon