Die Pension Obersee macht sich fit für die Zukunft

Neubau für die Pension Obersee in Schmerikon: Die Stiftung St. Josef ersetzt den 50er-Jahre-Gebäudeflügel durch einen modernen Neubau. Es entstehen zeitgemässe Pflegezimmer, Demenz-Wohngruppen und erweiterte Betreuungsangebote.

Die Pension Obersee macht sich fit für die Zukunft
Grafik: MO Architektur GmbH

Die Stiftung St. Josef ist Rechtsträgerin der Pension Obersee, welche in Schmerikon das Alters- und Pflegeheim führt. Der nordwestliche Gebäudeflügel stammt noch aus den 50er Jahren und entspricht in verschiedener Hinsicht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der Stiftungsrat hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, den zukünftigen Bedarf der Institution umfassend zu analysieren. Mit dem jetzt geplanten Neubau sollen moderne Pflegezimmer realisiert, derzeit fehlendes Raumangebot neu geschaffen und das Leistungsangebot den aktuellen und zukünftigen Bedürfnissen angepasst werden.

Modernisierung für zeitgemässes Wohnen

Bei der Anfahrt zur Pension Obersee öffnet sich den Besuchenden eine herrliche Aus- und Weitsicht auf die umliegenden Berge und den Zürichsee. Die Lage im schönen Schmerikon ist einmalig. Beim Eintreffen wird aber auch offensichtlich, dass der Eingangsbereich und der nordwestliche Gebäudeflügel in die Jahre gekommen sind. Die Pflegezimmer entsprechen kaum mehr den heutigen Anforderungen von Bewohnenden, Angehörigen und Pflegenden. Nachdem die Stiftung mit den letzten Projekten Alterswohnungen und das Angebot "WohnenPlus" (Alterswohnungen mit zusätzlichem Service nach Bedarf) realisiert hat, erfolgt nun die nächste grosse Investitionsetappe. Der Stiftungsrat, verantwortlich für die strategischen Entscheide der Stiftung, will damit erreichen, dass die Pension Obersee auch in Zukunft attraktive und bedürfnisgerechte Angebote für Menschen im Alter anbieten kann.

Neue gesellschaftliche Ansprüche

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass nicht nur die Infrastruktur der Institution gealtert ist, sondern dass sich auch die gesellschaftlichen Bedürfnisse und Ansprüche an die Wohnsituation verändert haben. Verschiedene Dokumente (Alterspolitik des Kantons St. Gallens, Altersleitbild von Schmerikon und diverse Studien, welche sich mit dem Thema befassen) beschreiben, worauf sich Altersinstitutionen in Zukunft ausrichten müssen. Aus der demografischen Entwicklung resultiert zudem eine steigende Nachfrage nach Pflegeplätzen. Auch führt die weiter steigende Lebenserwartung und die damit einhergehende stärkere Ausprägung von Krankheitsbildern zu einem zunehmenden und spezifischen Pflegebedarf, welcher durch das heutige Angebot nur noch bedingt erfüllt werden kann.

Die Pension Obersee als Altersinstitution ist mit rund 80 Mitarbeitenden eine bedeutende, regionale Arbeitgeberin. Es braucht deshalb nebst dem Ersatz der Pflegezimmer auch neue Personalräume. Die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen ist in der heutigen Alterspolitik ein zentrales Element zur Förderung der Lebensqualität. Deshalb sollen heute noch fehlende Sozialflächen als erweiterter Wohnraum und als öffentliche Begegnungszone mit verschiedenen Nutzungsformen das Angebot komplettieren. Abgerundet werden soll der Neubau mit einer Gartenanlage, wo Alt und Jung verweilen können.

Beim Ersatzbau berücksichtigt die Stiftung auch die Zunahme der an Demenz erkrankten Menschen und realisiert für diese eine geeignete Wohnform. Die neuen Pflegezimmer werden auf zwei Geschossen mit je einer Wohngruppe organisiert. Diese für die Pension Obersee neuen Wohnformen werden unseren Bewohnenden eine individuellere Betreuung und ein familiäres Zuhause bieten können, in welchem sie sich möglichst geborgen fühlen sollen.

Erweiterung des Leistungsangebots

Gleichzeitig soll das heutige Leistungsangebot erweitert werden. Mit dem "betreuten Wohnen" wollen wir eine bedürfnisgerechte und individuell wählbare Leistungserbringung ermöglichen und so zur möglichst langen Erhaltung von Selbständigkeit und Autonomie beitragen. Auch eine ambulante Pflegelösung in den Alterswohnungen – analog der Spitex, jedoch mit "hauseigenen" Pflegefachkräften – wird das heutige Angebot ergänzen und so den kostenintensiveren Heimeintritt verzögern helfen. Mit neuen Tages- und Nachtstrukturen werden wir auch temporäre Aufenthalte in der Pension Obersee ermöglichen können.

Selbstverständlich wird der Neubau hinsichtlich Nachhaltigkeit und Energieeffizienz die heutigen Standards erfüllen. Der Stiftungsrat wird das Energiekonzept umfassend analysieren lassen, um nicht nur für den Neubau, sondern für den gesamten Gebäudekomplex der Pension Obersee eine optimierte Energieversorgung zu erreichen.

Spatenstich: Ende 2026

Das ganze Projekt ist seit vielen Monaten in Erarbeitung. Derzeit sind letzte bauliche Abklärungen im Gang, sodass in den nächsten Wochen das Baubewilligungsverfahren eingeleitet werden kann. Je nach Dauer der Bewilligungsphase könnte der Spatenstich Ende 2026 oder anfangs 2027 erfolgen, die Inbetriebnahme im Idealfall ca. im Sommer oder Herbst 2028. Der Stiftungsrat ist vom Bauprojekt begeistert und freut sich, damit einen wichtigen und grossen Schritt in die Zukunft zu vollziehen.

Grafik: MO Architektur GmbH

Von: Dominik Müller, Präsident Stiftung St. Josef