Das Führungsgremium des Linthwerks wird neu von Regierungsrat Kaspar Becker, Vorsteher des Departements Bau und Umwelt des Kantons Glarus, präsidiert. Als Vizepräsident amtiert Michael Eugster, Leiter Amt für Wasser und Energie des Kantons St. Gallen. Die Vertretung für den Kanton Schwyz übernimmt neu Christian Bommer, Leiter des Amts für Gewässer.

Von: Pressestelle Linthwerk, Benken

Die sich selbst konstituierende Linthkommission hat diese neue Zusammensetzung an ihrer ordentlichen Sitzung vom 25. September beschlossen. Nötig war dies aufgrund der seit 1. Juni bestehenden Vakanzen, bedingt durch das Ausscheiden der beiden Kommissionsmitglieder Marc Mächler (Regierungsrat St. Gallen) und René Bünter (Regierungsrat Schwyz). Als neuer Vertreter des Kantons St. Gallen wurde bereits Ende Mai Michael Eugster, Leiter Amt für Wasser und Energie, gewählt.

Austausch mit Linthebene-Melioration

Im Anschluss an die ordentliche Sitzung der Linthkommission fand das jährliche Treffen mit den Vertretern der Linthebene-Melioration statt. Während das Linthwerk vorrangig für die Hochwassersicherheit zuständig ist, dient das Meliorationswerk primär der Bodenverbesserung in der Linthebene. Dennoch gibt es viele Schnittstellen zwischen den beiden Organisationen. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Werken wurde deshalb nach Abschluss des Projekts «Linth 2000» verstärkt und vertraglich geregelt. Am diesjährigen Treffen ging es vor allem um die Regelung des Wasserbezugs durch die Gemüsebauern.

Wasserbezug bei grosser Trockenheit

Der Klimawandel führt auch in der Linthebene vermehrt zu längeren Zeitabschnitten ohne Niederschläge. Daher stellt die Landwirtschaft für den Gemüseanbau immer häufiger kurzfristige Gesuche für Wasserentnahmen. Adressaten sind sowohl die Linthverwaltung wie auch die Linthebene-Melioration. Im Kanton St. Gallen gibt es keine gesetzlichen Grundlagen für Wasserbezug bei grosser Trockenheit. Alle Bewilligungen müssen ordentlich erfolgen, das heisst in der Regel mit einer öffentlichen Auflage von 30 Tagen. Dieser Zeitraum ist bei akuter Trockenheit für die Landwirtschaft zu lange.

Als Lösungsansatz beabsichtigt die Linthverwaltung, gemeinsam mit der Linthebene-Melioration an verschiedenen Standorten in der Linthebene bewilligte Entnahmestellen zu schaffen, die für einen Wasserbezug geeignet sind. So muss beispielsweise die Zufahrt möglich sein. Dabei gilt es auf die Erholungssuchenden – insbesondere die Badegäste – und auf die Fischerei Rücksicht zu nehmen. Die neue Regelung soll im Jahr 2021 in die Praxis umgesetzt werden.

Informationsaustausch mit den Linthgemeinden

Der institutionalisierte Informationsaustausch mit den Linthgemeinden, im Anschluss an das Treffen mit der Linthebene-Melioration, war geprägt vom Thema Freizeitnutzung. Der gestiegene Erlebniswert des Linthwerks seit dem Abschluss des Projekts «Linth 2000» ist sehr erfreulich. Gemeinden und Linthkommission sind sich einig, dass die Bedeutung des Werks als Naherholungsgebiet und Erholungsraum für die Bevölkerung und die Besucher deshalb erwartungsgemäss zugenommen hat. Der wetterabhängig grosse Besucherandrang, insbesondere an Wochenenden und während der Ferienzeit, führt aber auch zu unerwünschten Nebenerscheinungen, die praktikable Lösungen erfordern.

Gummibootfahrten auf dem Linthkanal

Schätzungsweise über 30‘000 Personen liessen sich in diesem Jahr auf einem Gummiboot oder Schwimmkörper den Linthkanal hinabtreiben. Diese Hochrechnung basiert auf Zählungen, die an Werk- und Wochenendtagen durchgeführt wurden. Damit verbunden sind volle Parkplätze, Littering und eine Beeinträchtigung der Naturschutzgebiete. Betroffen sind insbesondere Weesen als Ausgangspunkt, Schmerikon als Zielort sowie das Naturschutzgebiet Hänggelgiessen in Schänis. Linthverwaltung und Gemeinden sind sich einig, dass diese unerwünschten Nebenerscheinungen mit geeigneten Lenkungsmassnahmen und einer gezielten Information der Besucher eingedämmt werden müssen. Entsprechende Vorschläge werden gemeinsam erarbeitet und bis zum Start der nächsten Saison verabschiedet.

Die Linthkommission und ihre Aufgaben

Die Linthkommission führt das Linthwerk im Rahmen eines interkantonalen Konkordates, das durch die Parlamente bzw. das Volk der Kantone Glarus, Schwyz, St. Gallen und Zürich gutgeheissen wurde. Die Kommission besteht aus Präsident Kaspar Becker (GL, Regierungsrat), Vizepräsident Michael Eugster (SG, Leiter Amt für Wasser und Energie), Christian Bommer, (SZ, Leiter Amt für Gewässer), Christoph Zemp (ZH, Vorsteher Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft AWEL) und Heidi Romer (SG, Vertreterin der Linthgemeinden). Der Bund ist mit Adrian Schertenleib (Bundesamt für Umwelt BAFU) beratend vertreten.


Titelbild: Flussfahrt im oberen Linthkanal. (Stephanie Tremp, Ziegelbrücke, CC-BY-SA-3.0)

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Medienmitteilung der Linthkommission auf Linth24:

30′000 Böötler auf der Linth bereiten Sorgen
Nach ihrer Neukonstituierung hat sich die Linthkommission mit Organisationen und Gemeinden ausgetauscht. Themen waren der Wasserbezug und die zunehmende Freizeitnutzung.

Bericht von Urs Schnider in der Linth-Zeitung (für Abonnenten):

30 000 «Böötler» sorgen für Abfall und Parkplatzprobleme
Keine Verbote, aber Veränderungen erwarten Linthböötler ab nächstem Jahr.