Bei bedecktem Himmel reisten 20 Turnerinnen mit dem Zug ins Appenzellerland. Je näher wir unserem Bestimmungsort kamen, desto klarer wurde, dass es sich nicht um eine Restwolkendecke, die sich auflösen sollte, sondern um herbstlichen Hochnebel handelte.

Von: ymu, Frauenturnverein Schmerikon

Ein paar Turnerinnen entschieden sich trotzdem, unser erstes Ziel, den Kronberg, zu Fuss in Angriff zu nehmen. Sie starteten ab der Station Jakobsbad Richtung Berggasthaus Scheidegg. Der grössere Teil der Gruppe liess sich indessen von der Luftseilbahn zum Ausflugsziel bringen. Der junge Angestellte in der Luftseilbahn tröstete; er habe die Sonne bestellt. Und siehe da, nach kurzer Fahrt unter und im Nebel empfing uns strahlender Sonnenschein und ein wolkenloser, blauer Himmel.

Oben angekommen, waren die warmen Jacken rasch in unseren Rucksäcken verstaut und die Sonnenbrillen montiert. Das Panorama war überwältigend: Der Säntis zum Greifen nahe, in der Ferne winkten Tödi, Glärnisch, die beiden Mythen und die Rigi. Lange rätselten wir über eine markante Bergspitze in unmittelbarer Nähe. Wer erkannte sie? Es war der uns bestens bekannte Speer. Nur sieht er von Norden her so ganz anders aus als von Westen. Mit dem Nebelmeer zu Füssen, den prächtigen Bergen vor unseren Augen und den warmen Sonnenstrahlen im Gesicht mundeten Kaffee und Gipfel dreifach gut.

Anschliessend nahmen wir den ca. einstündigen Abstieg nach der Scheidegg in Angriff, wo immer noch Nebel lag. Angekommen im Berggasthaus Scheidegg erwarteten uns bereits unsere Kameradinnen, die zu Fuss hochgestiegen waren. Leider blieb auch der Nebel während dem Mittagessen unser Begleiter. Aber gemütlich wars allemal. Umso dankbarer nahmen wir beim Wiederaufstieg zum Kronberg die warmen Sonnenstrahlen entgegen.

Nach kurzer Rast wollten es unsere sportlichen Kolleginnen noch einmal wissen und entschlossen sich, zu Fuss nach Appenzell zu gehen. Die Luftseilbahn brachte uns zurück durch den Nebel, und die Bahn zum abschliessenden Bummel ins hübsche Appenzell. Selbst Einheimische mochten sich nicht an so zähen Hochnebel im August erinnern. Auch unsere Nebeldurchnässten Wanderinnen kamen wohlbehalten in Appenzell an. Ihre Zeit reichte nicht mehr zum Bummeln, aber immerhin für einen wärmenden Kaffee, bevor uns der Zug zurück ins Seedorf brachte.