Am Mittwochmorgen 26.06.2019 trafen sich 37 Frauen im Sommerzelt der Badi zu einem gemütlichen «Morgenbrunch». Ausgelassene Stimmung, herrliche Sommertemperaturen und strahlende Gesichter!! Am reich gedeckten Tisch stärkten sich die Teilnehmerinnen bei angeregten Gesprächen.

Von: Anita Gilardoni, Frauengemeinschaft Schmerikon

Der zweite Teil des Vormittags versprach nicht weniger spannend abzulaufen. Als Gastreferent konnten wir Felix Walz, den ehemaligen Chef des Polizei-Stützpunkt Schmerikon gewinnen.

Über 42 Jahre stand er im Dienste der Polizei und wurde auch mehrfach für Mandate im Ausland beauftragt. So lag es auf der Hand, dass ihn das EDA im Jahr 2013 als Mediator in Sachen Uno-Friedensmission in Liberia, West-Africa anfragte. Eine Aufgabe, vor der er sehr viel Respekt hatte, war doch das Land nach jahrelangem Krieg völlig zerrüttet.

Bald schon beförderte man Felix Walz in die Geschäftsleitung dieses Unternehmens. Seine Aufgabe bestand darin, der liberianischen Polizei beratend zur Seite zu stehen und die notleidenden Menschen vor der Macht von radikalen Gruppierungen, aber vorallem der Justiz und Polizei zu schützen.

Der jahrelange «Horror» hat dem Volk das Vertrauen, die Würde und den Glauben an sich selber genommen. Dass der Krieg ein ganzes Volk so gravierend treffen kann, zeigten die verschiedenen traurigen Bilder und bekamen durch die erlebten Geschichten von Felix Walz vor Ort, noch viel mehr Tiefgang.

Als ob die jahrelangen Wirren nicht schon genug wären, wurde das Land Liberia im Jahr 2014 vom Ebola-Virus heimgesucht, mehrere tausend Menschen fanden den Tod.

Ein Schlüsselerlebnis auch für unseren Uno-Gesandten

Sichtlich bewegt erzählte er uns, dass er das erste und einzige Mal «Dienstverweigerung» betrieb, als ihn die Schweiz aus Sicherheitsgründen zurückbeorderte. Nach gut 3 Jahren endete zwar das Engagement für die Uno, doch unser «Vollblutpolizist» konnte hier keinen Schlussstrich ziehen, längt hatte er die Kinder in Liberia ins Herz geschlossen.

Felix Walz erkannte, dass vorallem das Volk eine Stimme bekommen musste, um den Krieg und die vielen schrecklichen Erlebnisse daraus verdauen zu können. Seine neuen Bemühungen zielten dahin, Jugend- und Frauenorganisationen, aber auch religiöse Entscheidungsträger in sein Boot zu holen und für die Bevölkerung langsam aber kontinuierlich wieder Perspektiven aufzubauen.

Die Frauen sind in Liberia sehr geachtet, haben sogar wesentlich dazu beigetragen, dass der Krieg endlich beendet wurde. Sie sind es, die die Kinder führen, Ihnen Werte vermitteln, Vertrauen schenken und gewillt sind neues anzupacken.

Hygiene und Schulbildung sind zwei Schwerpunkte, die das Land bitternötig hat

Das war für Felix Walz Grund genug, in der Schweiz verschiedenste Persönlichkeiten für diese Anliegen zu gewinnen und gemeinsam eine Stiftung zu gründen. «Bowier Trust Foundation Switzerland» wurde nicht zuletzt dank der grossartigen finanziellen Unterstützung von Beat Jud der Fa. Johann Müller AG, dem Rotary-Club Schweiz und weiteren Firmen gegründet.

Dank dieser Plattform und mit Unterstützung der HSR Rapperswil konnte in der Immanuel Christian Academy in Monrovia die Wasser- Versorgung sichergestellt werden; das heisst, es wurden Toiletten gebaut und auch die Abwasserentsorgung konnte nachhaltig erstellt werden. Rias Stalder, ein Student der Hochschule für Technik in Rapperswil begleitete das Projekt ganz eng und setzte viel Zeit und Herzblut ein, um der Bevölkerung die erste Trinkwasser-Aufbereitungsanlage (ein spezielles Wasserfilterungsverfahren) vor Ort in die Tat umzusetzen. Seine persönlichen Begegnungen in West-Africa umschreibt er sehr emotional und herzlich! Dass nun sehr viele Menschen rund um Monrovia von sauberem Trinkwasser profitieren können macht ihn sehr glücklich!

Spital Linth fördert Bildungswesen

Eine weitere Herzensangelegenheit für das BTSF-Team ist die Gesundheit. Auch da konnten bereits wichtige Schritte eingeleitet werden. Das Spital Linth entsandte mit Marcel Buchmann eine kompetente Person nach Liberia. Der erste Augenschein in zwei grossen Spitälern konnte gemäss seiner Aussage bereits gemacht werden. Sein Auftrag, das Bildungswesen vor Ort zu fördern, ist in der Vorbereitungsphase. So gehört in dieses grosse Gebiet die allgemeine Prävention, die fachgerechte Pflege und der Umgang mit Patienten. Diese Schulungen können dank der Stiftung auch bald in Angriff genommen werden; und Marcel Buchmann freut sich jetzt schon auf deren Umsetzung mit der liberianischen Bevölkerung!

Zu guter Letzt bedankte sich Jeff, ein liberianischer junger Mann, verheiratet mit einer Schweizerin mit Tränen in den Augen für den immensen Einsatz für sein Land. Seine Ausführungen liessen uns wissen, dass Liberia vor dem Krieg ein florierendes Land war mit vielen fleissigen, bescheidenen aber glücklichen Menschen. Das Volk hatte über die jahrelangen Kriege soviel Leid und Unterdrückung erfahren. Nun gilt es, die vielen wissensgierigen Kinder, die die Zukunft des Landes bedeuten auf Ihrem Weg abzuholen. Es bringt nichts, nur Geld nach Liberia zu senden, Hilfe zur Selbsthilfe ist der effizienteste Weg, dass die Bevölkerung wieder auf gesunden eigenen Beinen stehen kann. Das ist die Botschaft, die die Foundation, allen voran Felix Walz, sich zum Ziel gemacht hat.

Augustinus hätte seine grösste Freude an Felix’s Einstellung: In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! Ganz herzlichen Dank Felix für Dein Engagement! Die anwesenden Besucherinnen bedankten sich mit einem langanhaltenden Applaus und einem grosszügigen Obolus in die Stiftungskasse.