Die diesjährige Güterbegehung der Ortsgemeinde Schmerikon führte in die Waldungen des Buechbergs, wo Förster Sepp Kuriger sehr eindrücklich über das Ausmass der Sturmschäden und die Folgen der anhaltenden Trockenheit für den Wald berichtete.

Von: Andreas Kuster, Ortsgemeinde Schmerikon

Mit Velo oder Pferdewagen machten sich rund 80 Ortsbürgerinnen und Ortsbürger bei idealen Wetterbedingungen auf den Weg Richtung Buechberg. Dort wurden sie von Waldchef Karl Koller sowie Förster Sepp Kuriger empfangen. Neben den Waldflächen auf dem Gemeindegebiet Schmerikon von 67 Hektaren besitzt die Ortsgemeinde nämlich auch auf dem Gemeindegebiet von Tuggen im Kanton Schwyz Waldflächen von 74 Hektaren. Diese sind via Schloss Grynau oder über den See erreichbar.

Sturm Burglind

Am 3. Januar 2018 fegte der Sturm Burglind über den Obersee und richtete im Wald der Ortsgemeinde Schmerikon grosse Schäden an. Anfänglich war das Ausmass nicht genau ersichtlich und es wurde mit ca. 2'500 m3 Sturmholz gerechnet. Aktuell geht der Förster jedoch davon aus, dass mindestens 4'000 m3 gefällt wurden. Dies entspricht fast 10% des gesamten Holzvorrates der Waldungen der Ortsgemeinde oder der Menge, die normalerweise über einen Zeitraum von fünf Jahren genutzt wird.

Ortsgemeinde pflegt Wald

Aufgrund der tiefen Holzpreise ist es für die Waldbesitzer eine grosse Herausforderung, den Wald kostenneutral zu pflegen. Ereignisse wie der Sturm Burglind führen dazu, dass der Holzmarkt noch stärker unter Druck gerät und die Preise weiter sinken. Auch verschwinden immer mehr Sägereien, die früher das lokale Holz verarbeitet haben. Gemäss Förster Kuriger gab es früher in der Region 12 Sägereien. Heute sind davon nur noch zwei in Betrieb und auch sie kämpfen ums Überleben.
Bei einem geschätzten Aufwand von Fr. 220'000.-- für die Aufräumarbeiten des Schadens hat die Ortsgemeinde ein Defizit von Fr. 50'000.-- budgetiert. Zurzeit liegt noch sehr viel Holz im Wald, welches verkauft werden sollte. Sepp Kuriger ist jedoch zuversichtlich, dass bis Ende Jahr noch einige Abnehmer gefunden werden können.

Fleissige Forstarbeiter

Unmittelbar nach dem Sturm sei das Telefon des Försters richtig «heiss» gelaufen. Erste Priorität hätte das Räumen der Hauptstrassen und die Sicherheitsholzerei entlang dieser Strassen gehabt. Dann wurden bei Liegenschaften umgestürzte oder gefährliche Bäume entfernt und erst dann sei der Wald an die Reihe gekommen. Da der Wald im Buechberg stärker beeinträchtigt wurde, starteten die Aufräumarbeiten dort. Zu Beginn musste die Waldstrasse geräumt und sicher gemacht werden. Unterstützt wurde Sepp Kuriger dabei durch Mitarbeiter des Forstteams der Ortsgemeinde Kaltbrunn. Diese leisteten eine super Arbeit! Bis Ende April waren jeweils zwei bis vier Männer und ein bis zwei Forstschlepper im Einsatz. Bedenklich sei aber, wie unvorsichtig sich die Waldbesucher gegenüber den Forstarbeiten verhalten. Trotz Absperrungen werde gefährlich nahe zu den Arbeitsstellen vorgedrungen. Die Gefahr, welche von gefällten Bäumen ausgehe, werde oft stark unterschätzt.

Anmarsch des Borkenkäfers

Neben den sichtbaren Schäden eines Sturmes gibt es im Wald immer auch ganz erhebliche Folgeschäden nach einem solchen Ereignis. Der Borkenkäfer ist einer der gefährlichsten Sekundärschädlinge, der nach Sturmereignissen meistens sehr stark auftritt. An einigen Fichten konnte bereits das Werk und das Ausmass des Käfers gezeigt werden. Folgt nach einem

Sturmereignis ein solch extrem heisser und trockener Sommer wie dieses Jahr, ist es für das Gedeihen des Borkenkäfers absolut ideal, denn die angeschlagenen Fichten bieten ihm reichlich und ideale Brutstätten. Auch das Eschentriebsterben bereitet dem Förster sorgen. Die Bilder der absterbenden Eschenkronen konnte auf dem Rückweg bestens an einigen Bäumen aufgezeigt werden.

Baumfällen zum Abschluss

Nach einer fast zweistündigen spannenden Führung durch den Wald wurde die Gruppe vom Förster mit einem krönenden Abschluss überrascht. Sepp Kuriger erklärte genau, worauf es beim Fällen eines Baums ankommt. Damit sich dies alle bildhaft vorstellen konnten, schritt der Förster zur Tat und fällte vor versammelter Gruppe eine 40 Meter hohe Fichte. Dabei konnte jeder sehen, dass es sich dabei um eine sehr strenge und gefährliche Arbeit handelt. Zum Glück hat alles geklappt und der Baum landete am richtigen Ort.
Nach der Führung durch den Wald war das gemeinsame Ziel das Herbag-Areal, wo sich die Gruppe bei einem feinen Znacht austauschen und den Tag gemütlich ausklingen lassen konnte.